Berichte 18/19

Πάντα ρεί

Alles fließt! Diese Weisheit des griechischen Naturphilosophen Demokrit aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. bewahrheitete sich einmal mehr im Schuljahr 2018/19, das am HGG gleich mehrere Anlässe für insgesamt dreizehn Verabschiedungen mit sich brachte:

Die zweite Gesamtlehrerkonferenz (14.11.2018)

Der Beginn unserer zweiten GLK stand im Zeichen der Verabschiedung von Marcus Stauber. Sein Name stand am HGG für viel mehr als nur für einen Lehrer in den Fächern Deutsch, Bildende Kunst sowie Literatur und Theater. Über die ganzen dreizehn Jahre seines Wirkens hinweg hat er sich für andere eingesetzt. Zunächst war er als Verbindungslehrer für die Schülerschaft tätig, danach vertrat er als Personalrat die Interessen des Kollegiums. Neben seinem sozialen Engagement war die künstlerische Ader des „Mannes mit Hut“ unübersehbar. Sei es bei Aufführungen der „Oberstufen-Theater AG“ oder des von ihm am HGG begründeten Kurses „Literatur und Theater“, Multitalent Stauber war Regisseur und Bühnenbildner zugleich; wir verdanken ihm zahlreiche unvergessliche Theaterabende! Mit dem beginnenden Schuljahr 2018/19 hat er eine Abteilungsleiterstelle am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium in Stuttgart angetreten.  

Das Ende des ersten Schulhalbjahres

Zum Halbjahreswechsel wurden zwei unserer Kollegen verabschiedet; Martin Mühlmann hat nach erfolgreichem Abschluss seines Referendariats mit den Fächern Geschichte und Gemeinschaftskunde eine Stelle in der Lutherstadt Wittenberg angenommen. Heinz Zimmer, der bei uns Bildende Kunst unterrichtete, hat aus persönlichen Gründen seinen Dienst beendet.

28th May

Seit September 2018 zeigte unsere britische Fremdsprachenassistentin Arabella Williams, wie motivierend es für die Schüler ist, wenn eine Muttersprachlerin im Unterricht zur Verfügung steht und darüber hinaus Angebote etwa in Form des „Debating Club“ macht. Nach ihrer Zeit bei uns kehrt sie nach Reading zurück, um ihr Studium für Deutsch und Wirtschaft abzuschließen.

 

Juni

Im Juni ging Nicolett Brust in Mutterschutz, die bei uns Englisch und Sport unterrichtete, und mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern freudig familiärem Zuwachs entgegensieht.

 

Der Schuljahresschluss (26.7. 2019)

Ein Großteil der Verabschiedungen mit sechs Kolleginnen und einem Kollegen entfiel auf den letzten Schultag: Ute Thoss kam gleich zweimal ans HGG: als Oberreferendarin im Jahr 1982 und nach fünfzehn Jahren am Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium Stuttgart bzw. in Elternzeit wieder zum Schuljahr 1997/98. In diesen gut zwei Jahrzenten bei uns hat sie einen anspruchsvollen und fundierten Fachunterricht als Mittelpunkt ihres beruflichen Wirkens angesehen. Dieser Focus bedeutete aber keinesfalls, dass sie sich nicht für alle neuen Entwicklungen im Aufgabenfeld einer Lehrkraft offen zeigte. So arbeitete sie u.a. am Leitbild des HGG mit und bot zahlreiche außerunterrichtliche Aktivitäten von Opernbesuchen über Betriebsbesichtigungen bis hin zu Schulhausübernachtungen an. Ute Thoss hat die bewundernswerte Fähigkeit, einem Gesprächspartner genau zuzuhören und auch Ungesagtes zu verstehen. So konnte sie an unserer Schule viele Freundschaften schließen, die sie auch als Pensionärin mit dem HGG verbinden werden.       

In unserem von Stoffvermittlung und Effizienz geprägten Unterrichtsalltag fehlt bisweilen die Zeit, auf die (zwischen)menschlichen Probleme und Sorgen unserer Schülerschaft hinlänglich einzugehen. Sechsundzwanzig Jahre lang (!) nahm sich Tabea Hieber diese Zeit als Kollegin für evangelische Religion, ausgebildete Mediatorin und als Initiatorin zahlreicher Projekte, die allen Schülern und Kollegen (unabhängig von Religionszugehörigkeit und Weltanschauung) zugute kamen. So führte sie die Streitschlichter am HGG ein und schuf mit dem „Raum der Stille“ einen Ruhe- und Rückzugsraum, der von vielen Schülern dankbar angenommen wurde. Im Bereich der Fachschaft Religion lagen ihr die Schülergottesdienste besonders am Herzen, von denen sie viele liebevoll und mit großer Beteiligung unserer Schüler gestaltete. Zum Abschluss ihres Berufslebens sucht die quirlige passionierte Radfahrerin eine neue Herausforderung in einem anderen schulischen Umfeld.

Über sieben Jahre hinweg hat Sven Schmitt am HGG die dürre Funktionsbeschreibung „Rektoratsassistent“ mit Leben gefüllt. Dass seine Tätigkeit in diesem Bereich gelang, merkte man allein daran, dass man sie kaum merkte: Vertretungsplan, Abituraufsichten und die Gestaltung von Vertretungsstunden mittels „Lernboxen“ waren immer durchdacht geplant. Von seinen Unterrichtsfächern Deutsch, Geschichte, Gemeinschaftskunde und Wirtschaft profilierte er vor allem Letzteres in der Juniorfirma und im Börsenspiel durch zahlreiche erfolgreiche Aktionen. Die gesellige Seite von Sven Schmitt wird bei uns in Gestalt der von ihm eingeführten Fußball „Tippliga“ weiterwirken; auch wünschen sich viele im Kollegium ihn weiterhin als Begleiter bei (hoffentlich wieder erstklassigen) VFB-Spielen! Seit den Osterferien teilte er seine Zeit am HGG bereits mit seiner neuen Stelle als stellvertretender Schulleiter am Alfred-Amann-Gymnasium in Bönnigheim.  

Für Frau Brust sprang im Fach Sport Elena Redder gleich nach Abschluss ihres Referendariats in Köln ein und verstärkte unser Kollegium bis zum Schuljahresende. Eine ebenso tatkräftige Verstärkung war Neslihan Aktan; sie gab bei uns seit 4.2.2019 Deutsch und stockte ihr Deputat sogar noch auf, als Herr Schmitt nur noch einen Wochentag am HGG zur Verfügung stand.

Für unsere Referendarinnen Melanie Deisch (Geographie, Mathematik) und Maddalena Facchini (Italienisch, Französisch) endete am letzten Schultag nicht nur die Zeit an unserem Gymnasium, sondern auch ihre Berufsausbildung. In den zurückliegenden achtzehn Monaten haben sie nicht nur die Anforderungen ihrer Fächer zu meistern gehabt; sie haben auch erfahren, wie sich das „System-Schule“ unter den Vorzeichen der Digitalisierung und eines neuen Bildungsplans tiefgreifend wandelt. All diese Einsichten werden sie für ihr künftiges Berufsleben nutzbringend einsetzen können.  

Für alle im Jahreslauf 2018/19 verabschiedeten Kolleginnen und Kollegen, die fast ein Viertel unserer Lehrerschaft ausmachten, läutet das Verlassen des HGG einen neuen Lebensabschnitt ein, sei es eine Veränderung im beruflichen bzw. familiären Umfeld oder der Beginn der Pensionszeit. Wir wünschen ihnen, dass der Fluss des Lebens viel Positives an sie heranträgt und sie möglichst oft an ihrer alten Wirkungsstätte am Benzberg vorbeiführt.