Berichte 18/19

HGG-Schüler bei der Endrunde des Bundeswettbewerbs Informatik

Unser Schüler Johannes Häring, der im Sommer diesen Jahres die Abiturprüfung ablegte, nahm im Schuljahr 2017/2018 erfolgreich am Bundeswettbewerb Informatik teil und konnte sich für die Endrunde qualifizieren, die nun in der letzten Septemberwoche 2018 in Paderborn stattfand.

In der ersten Runde des Wettbewerbs im Herbst 2017 ging es um fünf kleinere Programmieraufgaben, die für einen guten Schüler eines Informatik-Oberstufenkurses mit genügend Anstrengungsbereitschaft und Durchhaltevermögen durchaus zu bewältigen waren. Deutschlandweit beteiligten sich rund 1.500 Schüler an der Einstiegsrunde und etwa 800 von ihnen wurden Anfang des Jahres zur zweiten Runde zugelassen.

In dieser mussten bis zu den Osterferien 2018 zwei von drei Aufgaben bearbeitet werden, die weit über das schulische Niveau hinausführten. Nur mit vielen Überlegungen und äußerst raffinierten Algorithmen gelang es, überhaupt eine Lösungsstrategie für das Problem zu finden, die sich aber für die vorgegebenen Eingabedaten noch um viele Größenordnungen als zu langsam in der Ausführung auf dem Rechner zeigte. Deshalb war es anschließend erforderlich, in zahlreichen Testläufen den Algorithmus zu optimieren oder gar ganz zu verwerfen und durch einen geeigneteren zu ersetzen.

In dieser Runde wurde auch eine ausführliche schriftliche Dokumentation verlangt, deren Umfang und inhaltliche Tiefe problemlos mit jeder Studienarbeit mithalten konnte. Diese extremen Hürden sorgten dafür, dass nur noch 150 Einsendungen für die zweite Runde eingingen, von denen sich dann die 25 besten Teilnehmer für die Endrunde qualifizierten.

Das Finale wurde dieses Jahr vom Heinz Nixdorf Institut und vom Institut für Informatik der Universität Paderborn ausgerichtet, die die Endrundenteilnehmer und ihre betreuenden Lehrer für eine Woche nach Paderborn einluden. Die meisten der Teilnehmer kamen von Spezialgymnasien, die bis zu acht Stunden Mathematik und acht Stunden Informatik pro Woche erteilen und ihre Schüler gezielt auf den Wettbewerb vorbereiten, oder von Gymnasien, die ab der achten Klasse Informatik unterrichten, oder sie belegten zumindest einen Informatik-Leistungskurs. Obwohl Johannes nur vom “ganz normalen” HGG mit einem zweistündigen Oberstufen-Informatikkurs kam, konnte er aber sehr gut mithalten in dieser Endrunde.

Die Finalisten wurden in drei halbstündigen Einzelgesprächen von Informatik-Professoren bewusst zu den Themen befragt, in denen sie sich nicht hervorragend auskannten, und bearbeiteten außerdem wie in einem Assessment-Center unter Zeitdruck zwei Informatik-Probleme im Team. Die erste Aufgabe beschäftigte sich mit der Modellierung von Anwendungsproblemen durch abstrakte logische Formeln, die von Computern dann effizient verarbeitet werden können. Bei der zweiten Aufgabe ging es um die Unterstützung blinder Menschen durch Smartphone-Apps mit Hilfe von Bild- und Texterkennung sowie Sprachausgabe.

Die Organisatoren hatten ein interessantes Rahmenprogramm zusammengestellt: Die Universität Paderborn stellte ihren erst vor einer Woche neu installierten Superrechner vor, im Heinz Nixdorf Museums-Forum (dem größten Computermuseum der Welt) gab es eine abendliche Sonderführung, die Firma dSPACE zeigte, wie wichtig die Informatik für die Automobilindustrie geworden ist, und der Bürgermeister von Paderborn nahm sich bei einem Empfang im Rathaus einen ganzen Abend lang Zeit für die Wettbewerbsteilnehmer.

Sehr gewinnbringend war auch die Möglichkeit zu Gesprächen mit den anderen Teilnehmern, den Begleitlehrern und den Professoren aus der Jury. Hier konnte man einen guten Einblick bekommen in den Informatik- und Mathematik-Unterricht an anderen Schulen und in anderen Bundesländern sowie in Maßnahmen zur Talentförderung. Ebenfalls interessant war, was sich Informatik-Professoren von ihren Stundenten und deren schulischer Ausbildung wünschen.

Johannes wird nun Informatik in Karlsruhe studieren, nebenbei arbeitet er am Wochenende als Betreuer am Kepler-Seminar in Stuttgart, wo er selbst bereits als Schüler war, und programmiert außerdem aktuell für ein Social-Media-Startup eine Handy-App.