Berichte 17/18

Süddeutschland: GEOrisiken und Klimawandel

Auf Einladung der Gesellschaft für Geographie und Völkerkunde zu Stuttgart besuchte die Klasse 10B den Vortrag von Herrn Dr. Eberle über GEOrisiken.

Als GEOrisiken gelten Einschränkungen stets ausgeweiteten menschlichen Handelns durch Naturereignisse, z. B. vulkanische Tätigkeit, Niedrig- und Hochwassergeschehen, Stürme. Als problematisch in diesem Sinne müssen vorrangig der Übergang vom Oberrheingraben zum Schwarzwald und der Anstieg zur Schwäbischen Alb gesehen werden. Wegen der generellen Erwärmung auch bei uns in Mitteleuropa z. B. häufiger (als noch vor rund 50 Jahren) auftretende Starkregen bewirkten in den zurückliegenden Jahrzehnten, z. T. nur Jahren Spektakuläres:

Berühmtheit genießt seit 1983 (nach Christus – erwähnenswert wegen der Dauer der Erdgeschichte) der Albtrauf bei Mössingen, weil hier in wenigen Stunden 6 Mio. m3 Gestein abrutschten und 80 ha Fläche, erstrangig Wald bzw. Forsten sowie Streuobstwiesen, veränderten. Tagelang fallender Regen waren durch die zuoberst liegenden, klüftigen Kalke gesickert und sammelten sich auf darunter ruhenden, sehr tonhaltigen Gesteinen; schließlich rutschten die Kalksteine auf diesem gleitfreudigen Untergrund und überprägten das nordwestlich anschließende Gelände. Der Umfang an solcher Veränderung wird von den Menschen z. B. durch die Anlage von Deponien und von Autostraßen gefördert.

Das Jahr 2016 bot die Sturzflut in Braunsbach, die in einer Stunde so vielen Regen bescherte wie im jahrzehntelangen Durchschnitt während des gesamten Monats Mai. Das Wasser stand auf dem Gebiet der Gemeinde flächendeckend 1,5 m höher als üblicherweise. Der mitgebrachte Schlamm samt vielem Gestein kam direkt am Gemeinerand zur Ablagerung; so dicht an einem Hangfuß würde heutzutage von den zuständigen Behörden kein Neubaugebiet einzurichten erlaubt werden, weil die einstige Genehmigung den Naturgesetzen widerspricht, das enorme Ausmaß der 2016 eingetretenen Schäden (in diesem Fall rund 100 Mio. Euro) also menschengemacht ist. Und die Zeichen stehen auf Ausweitung solchen Geschehens: In der Region Stuttgart liegt die Jahresdurchschnittstemperatur um 1,5 ° C höher als noch vor 30 Jahren. Wochenlang im Flachland liegenbleibender Schnee kennen Schülerinnen/Schüler nur noch aus Erzählungen der Altvorderen, nicht aber durch selbstständiges Anfassen.

Wir alle können durch Überdenken und Ändern des eigenen Verhaltens die Geschwindigkeit der Zunahme des Klimawandels und somit die Anzahl und das Ausmaß der geschilderten Naturereignisse abmildern.