Berichte 17/18

Die Verwandlung (nach Franz Kafka) - Theater im Klassenzimmer

Als wir, die Klasse 9a, am Freitag, den 13. April 2018, in unser Klassenzimmer gingen, erwartete uns ein ungewohnter Anblick.

Die StĂŒhle und Tische waren beiseite gerĂ€umt und ein Teppich lag in der Mitte, auf dem und um den sich herum einige Requisiten befanden. Doch allzu viele waren es nicht. Und obwohl wir bereits wussten, dass uns ein TheaterstĂŒck erwartete, das von einem Darsteller im Klassenzimmer, also ein Klassenzimmertheater, aufgefĂŒhrt werden konnte und eine Interpretation der ErzĂ€hlung Die Verwandlung von Franz Kafka war, in der es im Grunde um den Menschen Gregor Samsa geht, der sich in ein Ungeziefer verwandelt hat und dem daher eine gute Kommunikation mit seinem sozialen Umfeld, insbesondere seiner Familie, misslingt, woran er letztendlich zugrunde geht, so fragten sich einige von uns, wie ein TheaterstĂŒck mit einem Darsteller wohl aussehen wĂŒrde und wie es ĂŒberhaupt möglich wĂ€re, alle Rollen als Einzelner zu spielen. Schnell wurde deutlich, dass es nicht immer einer großen Kulisse und vielen Schauspielern bedurfte und wie verstĂ€ndlich auch ein Einzelner verschiedene Rollen und imaginĂ€r die Umgebung darstellen konnte, indem er einfach „nur“ die Kleidung wechselte, seine Stimme verstellte oder sich anders bewegte. Untermalt und unterstĂŒtzt wurde das Ganze mit ein wenig Technik, Musik und GerĂ€uschen. Anschließend hatten wir noch die großartige Möglichkeit, mit dem Darsteller Clemens Ansorg und der mitgereisten TheaterpĂ€dagogin Swantje Willems, die u. a. GesprĂ€che mit den KĂŒnstlern wie dieses vermittelte, zu sprechen und Fragen zu stellen. Dabei fanden wir nicht nur heraus, dass das Theater Pforzheim Gregors „Verwandlung“ als ein Burn-out interpretierte, sondern auch wie das StĂŒck auf Basis der ErzĂ€hlung Kafkas in unglaublichen drei Wochen entstand, warum der Spaß am Schauspielern wichtig sei und weshalb man als Schauspieler an einem Ort nicht allzu lange sesshaft sein sollte. Insgesamt waren es sehr interessante zwei Deutschstunden und auch wenn das Klassenzimmertheater nicht jedermanns Geschmack treffen konnte, zeigte sich wieder einmal, dass die QualitĂ€t einer Sache unabhĂ€ngig von der QuantitĂ€t ist.