Berichte 16/17

HGG-Team erneut erfolgreich beim Explore-Science-Wettbewerb in Mannheim

Die Klaus-Tschira-Stiftung des gleichnamigen SAP-Gr├╝nders veranstaltet jeden Sommer die naturwissenschaftlichen Erlebnistage Explore Science im Mannheimer Luisenpark. Neben Experimentalvortr├Ągen und Mitmachausstellungen gibt es auch verschiedene Sch├╝lerwettbewerbe, bei denen Sch├╝lerteams ihre zuhause und in der Schule konstruierten Maschinen und Ger├Ąte vorstellen.

Nach dem Sieg im letzten Jahr war das HGG-Team aus der Klassenstufe 11 (Johannes H├Ąring und Christian Pflugfelder) auch dieses Jahr wieder mit dabei. Die drei hatten sich f├╝r den Wettbewerb Bergrennen angemeldet, bei dem es darum ging, mit einem selbstgebauten Fahrzeug m├Âglichst schnell einen Meter l├Ąngs einer Rampe mit bis zu 45 Grad Steigung nach oben zu kommen. Dabei waren einige Antriebsarten wie Elektromotoren oder Pyrotechnik nicht zul├Ąssig, und das Fahrzeug durfte auch nicht aus einem Modellbausystem wie etwa Lego zusammengesetzt sein.
Zun├Ąchst musste sich das Team f├╝r eine zul├Ąssige Antriebsart entscheiden. M├Âglich waren einerseits Feder- oder Gummi-Mechanismen (wie Mausefalle, Rolladengurt mit Federtrommel oder gespannter Hosengummi) und andererseits Druckluft-Antriebe, bei denen durch ├ľffnen eines Ventils ein R├╝cksto├č erzeugt wird. Da ein Druckluft-Fahrzeug eventuell doch als Rakete mit Explosions-Antrieb gedeutet werden konnte, fragten die drei gleich nach der Anmeldung bei den Veranstaltern nach, ob ein solcher Mechanismus zul├Ąssig sei, und bekamen per Mail gr├╝nes Licht f├╝r diese Antriebsart.┬á
Erste Versuche und Berechnungen zeigten, dass sich mit einem typischen Feder- oder Gummi-Antrieb nicht der gew├╝nschte Schub f├╝r das Fahrzeug erzielen lie├č, so dass die Entscheidung f├╝r die Druckluft-Variante fiel. Schon der erste Prototyp mit einer PET-Flasche, die mit einer Fahrradpumpe aufgepumpt wurde, verlief sehr ├╝berzeugend.
In den Pfingstferien wurde das Fahrzeug dann schrittweise optimiert und mit einem Ventilsystem, wie es bei Gartenschl├Ąuchen verwendet wird, versehen. Die PET-Flasche erhielt dann noch R├Ąder und wurde mit Karton beklebt, so dass sie wie ein kleiner VW-Bus aussah. Das Gef├Ąhrt war bereits bei m├Ą├čigem Luftdruck irrsinnig schnell und absolvierte die Strecke l├Ąngs der 45-Grad-Rampe in einem Bruchteil einer Sekunde. Zeitlupenaufnahmen mit einer Handy-Kamera zeigten etwa eine Zehntelsekunde.
Insgesamt nahmen ├╝ber 2000 Sch├╝ler an den Wettbewerben teil, knapp hundert Teams davon am Wettbewerb Bergrennen. Beim Aufbau im Wettbewerbszelt zeigte sich, dass die meisten Gruppen auf einen Feder- oder Gummi-Mechanismus gesetzt hatten, nur wenige andere Teams hatten sich auch f├╝r einen Druckluft-Antrieb entschieden.
Schon beim ersten Wettbewerbsdurchlauf auf einer Rampe mit nur 5 Grad Steigung teilte sich das Teilnehmerfeld klar in eine langsame Mehrheit mit Feder-Antrieb und eine schnelle Minderheit mit Druckluft-Mechanismus, unter denen das HGG-Fahrzeug nochmals deutlich am schnellsten war. Die Juroren begannen nach und nach an der Sinnhaftigkeit des Wettbewerbs zu zweifeln, da die Druckluft-Fahrzeuge mit zunehmender Steigung der Rampe alle anderen Fahrzeuge chancenlos zur├╝cklie├čen. Nur ein einziges Auto mit einem Gummi-Antrieb schaffte zum Schluss die 45-Grad-Steigung, welche f├╝r f├╝nf der Druckluft-Antriebe (darunter das HGG-Team wieder am schnellsten) immer noch keinerlei Hindernis darstellte.
Da die Raketen-Antriebe im Vorfeld des Wettbewerbs jedoch offiziell auf Nachfrage hin zugelassen worden waren, konnten sie nun nicht als unfair oder wettbewerbswidrig disqualifiziert werden. Die Sitzung der Juroren vor der abschlie├čenden Preisverleihung dauerte deshalb wesentlich l├Ąnger als eigentlich geplant, so dass die Spannung f├╝r das HGG-Team deutlich anstieg.
Schlie├člich wurde eine salomonische Entscheidung getroffen: Die eigentlichen Wettbewerbspreise gingen gem├Ą├č den ermittelten Steigungen und Zeiten an die besten Fahrzeuge mit Feder- oder Gummi-Antrieb, w├Ąhrend die f├╝nf Teams mit den erfolgreichen Druckluft-Fahrzeugen (unter ihnen auch das HGG-Team) jeweils einen mit 100 Euro dotierten Sonderpreis erhielten.
Die drei Schüler haben bereits entschieden, dass sie 2018 trotz der dann fast zeitgleich anstehenden mündlichen Abiturprüfungen nochmals am Explore Science Wettbewerb teilnehmen wollen. 
Im Rahmen des Schulfestes am Freitag, dem 21. Juli 2017, f├╝hren sie das Fahrzeug am HGG vor und informieren ├╝ber den Wettbewerb.

 

 

 

 

 

Partnerschule der