Berichte 16/17

„Geodäsie Unlimited – Entdecke den Vermesser in Dir!“ – auch am HGG

Wegen des (auch) geographisch gestützten NwT-Unterrichts kamen im Rahmen der Geodäsie-Aktionswoche 2017 Baden-Württemberg Mitarbeiter des Landratsamtes Ludwigsburg zu uns, um den Beruf des Vermessungstechnikers vorzustellen. Jede der 9. Klassen wurde in vier Gruppen eingeteilt und hatte eine Doppelstunde Zeit, sich die vier vorbereiteten Stationen erklären zu lassen und diese selbst auszuprobieren.

Bei einer der Stationen lernten wir ein Messgerät kennen, den Tachymeter, der zur Berechnung der Höhe von beispielsweise Häusern und Bäumen genutzt wird. Nachdem wir unseren Schätzwert für die Höhe des Schulhauses abgegeben hatten, ermittelten wir zuerst mit dem Försterdreieck und später mit dem Tachymeter die genaue Höhe unseres Schulgebäudes.
Mit dem Tachymeter lösten wir bei der nächsten Station eine ganz andere Aufgabe: Anhand von Metallmarkierungen am Boden konnten wir unseren Standort Zentimeter genau bestimmen. Dieses System wird unter anderem genutzt, um Straßenschächte z. B. für Gasleitungen - man denke an die aktuellen Arbeiten in der Markgröninger Bahnhofstraße – in Karten (!) genau zu markieren. Alternativ dazu wurde uns ein über 200 Jahre altes Gerät gezeigt, welches auch heute noch genutzt wird, da man damit auch von Messpunkten, die verdeckt sind, den Standort ausmachen kann.
Einer der Vermessungstechniker erklärte uns das Prinzip des GPS (Global Positioning System): Über Satelliten und Antennen kann man Standorte auf bis zu 0,5 Zentimeter genau bestimmen. Allerdings gibt es auf internationaler Ebene häufig Probleme, da die verschiedenen Länder unterschiedliche Systeme nutzen. Deshalb wird Ende 2017 weltweit das UTM-(Universal Transverse Mercator)System eingeführt, um Missverständnissen vorzubeugen. Anschließend suchten wir eine Koordinate mit Hilfe eines GPS-Geräts in naher Umgebung.
Dass man sich mit dem Augenmaß sehr einfach verschätzen kann, merkten wir schnell, als wir mit dem Nivelliergerät den Höhenunterschied auf unserem Schulparkplatz maßen. Nach und nach durfte jeder das Gerät richtig einstellen und eine Messung durchführen. Dieses Gerät wird beim Hausbau verwendet, um beispielsweise den Abstand zum Abwasserkanal richtig zu ermitteln.
Es war eine beeindruckende Erfahrung mit Geräten im Wert von ca. 10.000 Euro zu arbeiten und gleichzeitig unser theoretisches Wissen aus dem Mathematik- und dem Geographieunterricht in die Praxis umzusetzen. Wir bedanken uns bei den Vermessungstechnikern des Landkreises Ludwigsburg dafür, dass sie sich für uns Zeit nahmen. Unser Dank gilt auch Herrn Zaretzki, der uns dieses Projekt ermöglichte.

 

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