Berichte 16/17

Langstreckenlauf – Warm-up - Staffellauf

Das Berufsleben eines Lehrers gleicht in vielem einem Marathon-Lauf, bei dem man sich die Kräfte gut einteilen muss. Am letzten Schultag erreichen mit Elli Böhle und Erhard Wagner zwei unserer Kollegen nach jahrzehntelangem Lauf die Ziellinie.

Seit dem Schuljahr 1995/96 unterrichtete Elli Böhle an unserer Schule routiniert die Fächer Mathematik und Sport. Als Sportlerin wusste sie dabei genau, dass ein monotoner Lauf von über zwanzig Jahren kein optimales Arbeitskonzept darstellt. Ein Grundprinzip der Trainingslehre, wonach man im Sport auf Abwechslung achten soll, machte sie für ihren Arbeitsalltag nutzbar und gestaltete ihn mit immer neuen Elementen aus. Zu diesen zählten unter anderem „Lernen lernen“, Jugend trainiert für Olympia (Geräteturnen) sowie die Begabten-AG Mathematik.
Erhard Wagner hat als Läufer nie den Rückenwind des Zeitgeists gesucht. Vielmehr setzte er einem zunehmend von Technologie und Ökonomie bestimmten Denken in der Schule konsequent sein Konzept einer inneren Bildung entgegen. Während 29 Jahren am HGG hat er Generationen von Schülern einen Blick für den inneren Reichtum des Menschen eröffnet, der aus Literatur, Theater, Musik und unserem historischen Erbe besteht. Dies tat er nicht nur in seinem fundierten Fachunterricht (Deutsch, Geschichte, Gemeinschaftskunde), sondern auch als langjähriger überaus erfolgreicher Leiter der Theater-AG.     
Wir wünschen Elli wie Erhard gleichermaßen, dass sie am Ende ihres Schulmarathons den Übergang in den Ruhestand gut meistern und alles verwirklichen können, wofür der Schulalltag bislang zu wenig Zeit ließ.
Wer einen Lauf, wie Elli und Erhard ihn zurückgelegt haben, erfolgreich durchstehen will, muss sich gut aufwärmen. Unsere Referendarin Laura Dattge hat dies während der letzten 18 Monate in ihren Fächern Englisch und Geschichte erfolgreich getan. Nach diesem Aufwärmprogramm kann sie ihren Berufsmarathon in Angriff nehmen. Wir wünschen ihr dazu alles Gute.     
Manchmal schafft man den Marathon-Lauf des Schulbetriebs nicht allein, sondern braucht Helfer, die den Staffelstab einen Teil der Strecke übernehmen. Solche hilfreichen Kollegen fanden wir dieses Jahr in Ursula Kaiser und Johannes Dylla. Die eine unterstützte uns in katholischer Religion, der andere in evangelischer Religion und Geschichte. Sie verlassen uns mit den besten Wünschen für ihren weiteren beruflichen und privaten Lebensweg.
Ob die heute Verabschiedeten nun wenige Monate, eineinhalb Jahre oder Jahrzehnte am HGG waren, sie alle haben unsere Schule mitgeprägt, durch ihre Persönlichkeiten bereichert und nach außen repräsentiert. Dafür gebührt ihnen Respekt und Dankbarkeit von Schülern, Eltern und Kollegen.
Verglichen mit der Schule ist das Leben ein „Ultra-Marathon“, für den man feste Anlaufstellen braucht, um sich Kraft zu holen und Kontakte zu pflegen. In diesem Sinne stehen die Türen des HGG für alle heute Verabschiedeten offen. Wir würden uns freuen, sie das eine oder andere Mal wiedersehen zu können!     

 

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