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Wirtschaft/Berufs- und Studienorientierung (WBS)

Allgemeine Informationen

Das Fach WBS gliedert sich in die zwei Bestandteile „Wirtschaft“ und „Berufs- und Studienorientierung“. Inhaltlich fasst der Bildungsplan fünf ökonomische Lebenssituationen in den Blick und macht sie so lebensweltlich konkret. Die Inhalte werden unterteilt in den „Verbraucher“, „Arbeitnehmer“, „Unternehmer“, „Wirtschaftsbürger“ und „Berufswähler“. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der ökonomischen Bildung, jedoch ist der „Berufswähler“ Thema in allen Lernjahren.

Ökonomische Bildung leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Schülerinnen und Schüler zu mündigen Bürgern, die in der Lage sind, wirtschaftliche Wirkungszusammenhänge zu verstehen, sachgerechte Entscheidungen und Urteile zu fällen und als Wirtschaftsbürger in einer sich schnell verändernden globalisierten Welt selbstbestimmt und verantwortungsvoll zu handeln. Da die wirtschaftliche Wirklichkeit sehr komplex ist, wird im Fach WBS bzw. Wirtschaft (Kursstufe) viel mit Modellen gearbeitet. Dabei ist es wichtig, sich den Pluralismus von Modellen, aber auch das Verhältnis von Modellen und Wirklichkeit bewusst zu machen. Eine zentrale Rolle spielt im Fach WBS der Bezug auf die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler und auf aktuelle Geschehnisse, Maßnahmen und Lösungsansätze in der Wirtschafts- und Finanzwelt. Ausgehend von der Alltagserfahrung der Schülerinnen und Schüler werden die wirtschaftlichen Zusammenhänge bewusstgemacht.

Auch bezüglich der Unterstützung und Vorbereitung der Berufs- und Studienwahl kommt dem Fach Wirtschaft / Berufs- und Studienorientierung eine besondere Funktion zu. Im Übergang von der Schule zum Arbeits- und Berufsleben ergeben sich für die Schülerinnen und Schüler vielfältige Möglichkeiten, die ihnen richtungsweisende Entscheidungen abverlangen. Die eigenen Fähigkeiten, Potenziale und Interessen zu erkennen, stellt dabei die Basis für die Handlungsoptionen der Schülerinnen und Schüler als Berufswähler dar. Eine zentrale Aufgabe der Berufs- und Studienorientierung ist es, die Schülerinnen und Schüler als zukünftige Berufswähler in die Lage zu versetzen, die Angebote der Arbeitswelt zu analysieren und mit ihren Interessen und Fähigkeiten zu vergleichen. Die Berufs- und Studienorientierung vermittelt einen Überblick über schulische und berufliche Bildungswege sowie Einblicke in die Arbeitswelt und gibt damit eine wesentliche Hilfestellung zur beruflichen Orientierung. Darüber hinaus werden die Schülerinnen und Schüler befähigt, den Prozess ihrer Berufswahl zielgerecht zu gestalten und sich korrekt zu bewerben. Der WBS-Unterricht steht dabei in enger Verzahnung zu den einzelnen BOGY-Modulen am HGG, diese werden im Unterricht vorentlastet und nachbereitet. 

Unterrichtsinhalte
In Klasse 8 widmet sich der WBS-Unterricht dem „Verbraucher“, um die Schülerinnen und Schüler in ihrer Lebenswelt abzuholen – hier haben sie direkte Anknüpfungspunkte zu ihrem alltäglichen Handeln. Zunächst werden Grundfragen und Grundprobleme des Wirtschaftens geklärt, zum Beispiel: Warum wirtschaften wir überhaupt? Wie funktionieren Märkte (in der Theorie und in der Praxis)? Auch werden in diesem Zusammenhang grundlegende Modelle eingeführt (Preis-Mengen-Diagramm, Wirtschaftskreislauf,..). Neben der Rolle, der Rechte und Pflichten der Schülerinnen und Schüler als Verbraucher geht es dann auch um das Thema Geld. Die Unterrichtseinheit zu Geld gestalten wir am HGG gemeinsam mit unserem Bildungspartner, der VR-Bank Asperg-Markgröningen. Zum Thema „Berufswähler“ setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Interessen und Fähigkeiten auseinander und recherchieren dazu passende Berufe.

In Klasse 9 steigen die Schülerinnen und Schüler gedanklich in die Arbeitswelt ein, indem sie sich mit dem „Arbeitnehmer“ und dem „Unternehmer“ auseinandersetzen: Welche Bedeutung hat überhaupt Arbeit? Welche Rechte und Pflichten habe ich als Arbeitnehmer? Wie bilden sich Löhne? Wie kann ich meine Interessen durchsetzen? Warum sind Unternehmen so wichtig für eine Volkswirtschaft? Wie funktionieren Unternehmen, wie sind sie aufgebaut? Welche Zielkonflikte kann es geben? Wie stellt man fest, ob ein Unternehmen erfolgreich ist – und was kann man machen, wenn es das nicht ist? Um nicht nur in der Theorie zu bleiben, sondern auch einen Blick in die Praxis zu werfen, steht in Klasse 9 eine Unternehmensexkursion an. Wo es hingehen soll, wird gemeinsam mit der Klasse besprochen. Was ihre Berufs- und Studienwahl anbelangt, beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler in diesem Lernjahr mit der Vorbereitung ihres BOGY-Praktikums (Suche eines Unternehmens, Verfassen der Bewerbung).

Die Inhalte der Klasse 10 betreffen den „Wirtschaftsbürger“, der Teil eines politischen Gemeinwesens ist, das den Einzelnen in unterschiedlicher Weise unterstützt, beansprucht und integriert. Als gestaltender Bürger beurteilt der „Wirtschaftsbürger“ seine Stellung in einer Wirtschaftsordnung sowie Herausforderungen der sozialen Marktwirtschaft. In Klasse 10 wird daher zum einen die Wirtschaftsordnung Deutschlands mit ihren Besonderheiten, Leistungen und Herausforderungen in den Blick genommen. In diesem Zusammenhang untersuchen und bewerten die Schülerinnen und Schüler auch die Bedeutung und Auswirkungen der Wirtschaftspolitik – zum Beispiel welche Art von Wirtschaftswachstum können wir uns noch leisten, was kann Wirtschaftspolitik gegen drohende Krisen unternehmen? Zum anderen wird der Blick auf Wirtschaftsbeziehungen in Europa und weltweit erweitert. In Klasse 10 findet am HGG das einwöchige BOGY-Praktikum statt, das im WBS-Unterricht vor- und nachbereitet wird. In diesem Zusammenhang konkretisieren die Schülerinnen und Schüler ihre beruflichen Vorstellungen und bereiten sich auf den Weg in die Arbeitswelt vor.

Der Wirtschaftsunterricht in der Kursstufe fasst die Sektoren Haushalt, Unternehmen, Staat und Ausland in den Blick. Das Wissen, das in den Klassen 8 bis 10 angelegt wurde, wird nun erweitert und vertieft, die Reflexion, Beurteilung und Bewertung findet auf höherer Ebene statt. Der Fokus liegt stark auf wirtschafts- und finanzpolitischen Phänomenen, Debatten und Entscheidungen. Wirtschafts- und gesellschaftspolitische Kontroversen werden in den Unterricht getragen. Vor allem auch in der Kursstufe sind Realbegegnungen, Praxiserfahrungen und Planspiele von Bedeutung. So hat beispielsweise der Expertenvortrag zum Thema Bankenwelt (Herr Schaaf, VR-Bank Asperg-Markgröningen) eine Tradition am HGG. Außerdem wird mindestens eine Exkursion unternommen (Unternehmensexkursion, Frankfurt-Exkursion,…). Auch ein spielerischer Zugang zu wirtschaftlichen Themen bietet sich an. Fest verankert sind Planspiele im Unterricht (wie z.B. „Easy Business“) und übergeordnete Planspiele („Planspiel Börse“).

Unterrichtsverteilung, Klassenarbeiten, Lehrwerke

Der WBS-Unterricht findet am HGG ab Klasse 8 statt. In den Klassen 8 bis 10 wird das Fach einstündig unterrichtet, in der Kursstufe kann Wirtschaft lediglich als Leistungsfach und nicht als Basisfach gewählt werden. Pro Halbjahr wird in der Regel eine Klassenarbeit geschrieben (im Leistungskurs: zwei pro Halbjahr), die Anforderungsbereiche entsprechen den Vorgaben des Bildungsplanes.

Lehrwerk für die Klassen 8 bis 10 ist der Gesamtband „Team – Wirtschaft / Berufs- und Studienorientierung“ (2018) aus dem Westermann-Verlag. In der Kursstufe verwenden wir am HGG „Wirtschaft – Märkte, Akteure und Institutionen“ (2012) von C.C. Buchner.

Link zum Fach WBS im Bildungsplan 2016: http://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/LS/BP2016BW/ALLG/SEK1/WBS