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POEMA Vortrag: Armut und Umwelt in Amazonien PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sabrina Kraiss, Philipp Albert   
Dienstag, 13. April 2010
Am 18.03.10 besuchte Herr Ratgeb von POEMA die Schülerinnen und Schüler der 2-stündigen Gemeinschaftskundekurse der Klassenstufe 13, um ihnen die Projekte seiner Organisation näher zu bringen.

Als Beispiel für die Auswirkungen der Globalisierung in einem Entwicklungsland, schilderte Herr Ratgeb die Situation in Parà, einem Art Bundesland in Amazonien, Südamerika. Mit vielen Erlebnissen und eigenen Fotos wurden die Ein- und Auswirkungen auf das größte, noch zusammenhängende Regenwaldgebiet Südamerikas fast lebendig. So schlängelte sich die Transamazonica, eine riesige Straße, die den Urwald entzweit  und  den Abtransport der vielen Tonnen von wertvollem Holz erst ermöglicht, quer durch das intensive Grün, genauso wie riesige Cellulosefelder, denen der Wald weichen musste und die dem Boden zusätzlich wichtiges Wasser und damit Nährstoffe entzieht.

Besonders auffällig waren die so genannten „ Rinderwälder“, enorm ausgedehnte, gerodete Flächen, auf den nun Rinder u.a. von internationalen Fast-Food-Ketten grasen. Dabei erklärten sich die drei Hauptziele POEMAs: Eine geregelte Trinkwasserversorgung, Solarenergie als für den Äquator optimale Energiegewinnung und die nötigsten sanitären Einrichtungen für ein Minimum an Gesundheitsversorgung fast von selbst. Die Umsetzung dieser Ziele jedoch, sei oft sehr schwierig, so Herr Ratgeb, denn für Trinkwasserpumpen benötige man längerfristig, möglichst billige Energie, Solartechnik hingegen sei oft noch recht teuer und in der Regenzeit unzuverlässig und Einrichtungen wie Krankenstationen etc. sei ein schwieriger, langfristiger Prozess, da das Baumaterial erst einen stundenlangen Flusstransport überleben müsse. Gerade deshalb ist es POEMA, seit vielen Jahren ins Amazonien tätig, sehr wichtig, Gruppen und Vereine vor Ort in die Planung und Realisierung von Projekten mit einzubinden um auf die lokalen Anforderungen noch individueller eingehen zu können.

Der aus dem portugiesischen stammende Name POEMA, kann u.a. mit „Gedicht“ übersetzt werden und dient damit gleichzeitig als Metapher, denn wie in einem Gedicht Gefühle mit Sprache verschmolzen wird, versucht POEMA Armut und Umwelt zusammenzubringen. Dies ist besonders schwierig, wenn man bedenkt, dass es gerade die Armen sind, die sich den „Luxus“ Umweltschutz nicht leisten können. Der kausale Zusammenhang mit unserem Lebensstil wurde dabei genauso deutlich, wie die Verantwortung für die „eine Welt“ die wir alle tragen. Konzept und Ziele, der einzig aus Spenden finanzierten Organisation wirkten überzeugend.

Auch wenn nach der anderthalb stündigen Präsentation der Großteil an Nachfragen von Seiten der Lehrer kam, so wurden dennoch aller Interesse für dieses Thema geweckt und die Information durch anschauliches Material und einen lebendigen Vortrag spannend und nachhaltig übermittelt. An dieser Stelle möchten wir uns stellvertretend für die Kursstufe 13 ganz herzlich bei Herrn Ratgeb für sein Kommen und seine Zeit bedanken. Sicherlich würden auch kommende Jahrgänge sich über Ihren Besuch freuen.

Letzte Aktualisierung ( Dienstag, 27. April 2010 )
 
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