
Unsere Studienfahrt begann frühmorgens am Stuttgarter Hauptbahnhof, von wo aus wir mit mehreren Zugverbindungen in neun Stunden in die kleine niederländische Hafenstadt Stavoren gefahren sind. Den restlichen Tag verbrachten wir damit, uns mit Essen und Trinken einzudecken und Stavoren ein bisschen zu erkunden. Der Ort ist wirklich klein, aber gerade dadurch total schön. Überall waren Blumen, kleine Häuser und natürlich jede Menge Boote.

Am Abend bekamen wir noch eine erste Einführung in unser Segelboot. Uns wurden die wichtigsten Begriffe rund um das Boot, die Segel und die Masten erklärt. Am nächsten Morgen folgte dann eine ausführliche Einweisung und wir durften direkt mithelfen. So lernten wir zum Beispiel, wie man bei einer Wende die Richtung des Bootes verändert und die Segel entsprechend anpasst. Schon nach kurzer Zeit waren wir auf dem Wasser unterwegs und segelten nach Den Oever. Dort konnten wir am Abend von einer Aussichtsplattform aus den Sonnenuntergang gemeinsam den Sonnenuntergang über dem Wasser genießen. Danach hatten wir noch Zeit, das Watt und die Umgebung zu erkunden.
Für alle Mahlzeiten auf der Reise gab es ein festes Kochteam. Jeder war zweimal dafür zuständig, mit einer kleinen Gruppe das Essen für die ganze Crew zuzubereiten. Jeden Abend saßen wir dann gemeinsam bei gemütlicher Stimmung zu Tisch. Gerade nach einem langen Tag auf dem Wasser war es schön, abends zusammenzukommen und auf den Tag nochmal gemeinsam zurückzublicken.
Am zweiten Tag ging es weiter Richtung Texel. Auf dem Weg dorthin kam dann eines der für uns spannendsten Erlebnisse der ganzen Fahrt. Wir entschieden uns, zu einer Sandbank zu fahren und dort auf die Ebbe zu warten. Als es schließlich soweit war, konnten wir direkt vom Boot aus ins Wattenmeer steigen. Um endgültig die Sandbank zu erreichen, wateten wir durch das hüfthohe Wasser. Das war schon ein ziemlich besonderes Gefühl, da man normalerweise mitten auf dem Meer nicht aus einem Segelboot aussteigt.

Auf der Sandbank angekommen konnten wir das Watt genauer erkunden. Überall waren kleine Tiere zu sehen, unter anderem Krabben und Quallen. Teilweise mussten wir sogar aufpassen, wo wir hintraten, weil man die Tiere nicht verletzen wollte. Gleichzeitig war es ungewohnt, mitten im Watt zu stehen und zu wissen, dass an dieser Stelle kurze Zeit später wieder das Wasser stehen würde. Wir konnten dort eine ganze Weile herumlaufen und die Umgebung beobachten. Für uns war das auf jeden Fall mit einer der spannendsten Momenten auf der Studienfahrt, weil es nicht nur etwas war, das man aus der Ferne gesehen hat, sondern etwas, das man wirklich selbst erleben durfte.
Danach ging es weiter in die nächste Hafenstadt, nach Oudeschild auf der Insel Texel. Dort hatten wir noch Zeit, die Stadt zu besichtigen , durch die kleinen Gassen zu laufen und etwas zu essen. Am nächsten Morgen segelten wir dann weiter nach Harlingen. Dort erkundeten wir ebenfalls die Stadt und liefen durch die Straßen. Da es draußen etwas stürmisch war, setzten wir uns zwischendurch in ein kleines Café und verbrachten dort etwas Zeit. Abends ließen wir den Tag wie üblich mit einer Runde Poker, Werwolf und lustigen Gesprächen ausklingen. Anschließend ging es weiter nach Workum, unserer letzten Hafenstadt, bevor wir nach Stavoren zurückkehrten.
In Workum erwartete uns dann noch ein besonderes Erlebnis. Die ganze Stadt war passend zu den Olympischen Spielen aufgrund eines städtischen Wettbewerbs geschmückt. Das Stadtviertel, welches am kreativsten und passendsten zu Olympia dekoriert war, hat gewonnen. Überall waren die berühmten fünf Ringe zu sehen, dennoch es gab auch viele weitere aufwendig gestaltete Dekorationen. Zum Beispiel standen dort Figuren und Puppen, die verschiedene Wintersportarten dargestellt haben, unter anderem beim Skifahren. Es wirkte so, als wäre die ganze Stadt in eine kleine Olympia-Welt verwandelt worden. Am Abend wurde sogar das olympische Feuer in einer großen Feuerschale nachgestellt, was sehr beeindruckend war. Nachts konnten wir Herrn Werner noch zu einem Spaziergang ans Meer überreden, wo wir eine wunderschöne Vollmondnacht am Strand verbrachten.
Während der gesamten Segeltour wurden wir außerdem von zwei Crewmitgliedern begleitet, die sich auf dem Boot sehr gut auskannten und uns immer wieder geholfen haben. Dadurch konnten wir selbst viel ausprobieren, ohne komplett auf uns allein gestellt zu sein. Mit der Zeit wurden wir beim Segeln immer sicherer und jeder übernahm unterschiedliche Aufgaben. Mal musste man an einem Seil ziehen, mal kurbeln oder die Segel bedienen. Dadurch fühlte man sich mit der Zeit wie ein echtes Mitglieder einer Crew.
Und natürlich durfte auch der Bordhund Remus nicht fehlen. Er war die ganze Zeit dabei und hat uns super süß begleitet. Gerade weil wir so viele Stunden gemeinsam auf dem Boot verbracht haben, gehörte er für uns genauso zur Fahrt dazu.

Insgesamt war die Studienfahrt eine Mischung aus Segeln, neuen Erfahrungen und gemeinsamen Erlebnissen. Gerade die Tage auf dem Wasser, das Laufen auf der Sandbank und die vielen verschiedenen Orte haben die Fahrt zu etwas Besonderem gemacht. Wir werden uns noch lange an diese gemeinsame Zeit und vor allem an die vielen Erlebnisse auf dem Ijsselmeer erinnern.











