Schule und dann?

Im Schuljahr 2026 fand am HGG der Tag der beruflichen Orientierung statt, an dem sich alle Klassenstufen intensiv und auf unterschiedlichste Weise mit dem Thema Berufswahl auseinandersetzten.
Die Klassen 5 näherten sich dem Thema über die klischeefreie Berufswahl. Sie setzten sich damit auseinander, was es bedeutet, Berufe unabhängig von Geschlechterrollen zu wählen, und hinterfragten, warum beispielsweise Frauen in technischen Berufen und Männer in sozialen Berufen nach wie vor unterrepräsentiert sind. Dabei wurden gesellschaftliche Erwartungen, Rollenbilder und persönliche Interessen kritisch beleuchtet.
Für die Klassen 6 stand ein Katastrophenschutztag auf dem Programm. Hier erhielten die Schülerinnen und Schüler spannende Einblicke in Berufe und Aufgabenbereiche im Katastrophenschutz. Sie lernten, wie Einsatzkräfte arbeiten, welche Fähigkeiten gefragt sind und welche Verantwortung mit diesen Berufen verbunden ist.
Die Klassen 7 besuchten die Habila in Markgröningen und setzten sich intensiv mit dem sozialen Berufsfeld auseinander. Vor Ort erhielten sie Einblicke in die Betreuung von Menschen mit Unterstützungsbedarf, lernten verschiedene Berufsbilder kennen und erfuhren, wie der Alltag in solchen Einrichtungen gestaltet ist.
In Klasse 8 lag der Fokus stärker auf der eigenen Person. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich mit ihren Stärken und Schwächen und reflektierten, welche Faktoren ihre Berufswahl beeinflussen. Dabei ging es auch um die Frage, inwiefern Familie, Freunde oder gesellschaftliche Erwartungen eine Rolle spielen.
Die Klassen 9 besuchten verschiedene Unternehmen, insbesondere aus dem produzierenden Bereich. Im Vorfeld hatten sich die Schülerinnen und Schüler im Unterricht intensiv vorbereitet, Informationen recherchiert und gezielte Fragen entwickelt. Vor Ort erhielten sie nicht nur Einblicke in die Produktionsprozesse, sondern auch in die Vielfalt der Berufe innerhalb eines Unternehmens – von technischen Berufen wie Industriemechaniker oder Mechatroniker über kaufmännische Tätigkeiten bis hin zu Berufen im Bereich Logistik oder Management. Zudem wurden mögliche Aufstiegschancen aufgezeigt, etwa vom Ausbildungsberuf über Weiterbildungen bis hin zu Führungspositionen, und die dafür notwendigen Schulabschlüsse erläutert.
Für die Klassen 10 fand ein Mutmacher-Seminar statt, bei dem das Team der „Mutmacher“ zu Gast am HGG war. In Workshops und durch inspirierende Geschichten von Menschen, die aus einfachen Verhältnissen heraus erfolgreiche Wege eingeschlagen haben, wurde den Schülerinnen und Schülern vor allem eines vermittelt: der Glaube an die eigenen Stärken und die Bedeutung von Durchhaltevermögen. Darüber hinaus wurden vielfältige Berufswege vorgestellt, die über die klassischen Vorstellungen wie Arzt, Jurist oder Lehrer hinausgehen, und neue Perspektiven für die eigene Zukunft eröffnet.
Die Kursstufe hatte ein gesondertes Programm, das sich mit den konkreten Möglichkeiten nach der Schule beschäftigte. Die Jahrgangsstufe 1 durfte traditionell den GEVA-Test durchführen, einen standardisierten Eignungstest der Auskunft über individuelle Fähigkeiten, Interessen und Passungen für unterschiedliche berufliche Richtungen ermöglicht. Durch eine individualisierte Auswertung erhalten die Schülerinnen und Schüler gezielte Rückmeldungen für ihre berufliche Zukunft. An dieser Stelle wollen wir uns auch nochmals beim Verein der Freunde bedanken, der diesen natürlich mit Kosten verbundenen Test, jedes Jahr aufs Neue trägt und der Jahrgangsstufe so den Start ins Berufsleben erleichtert und ein passgenaues Feedback ermöglicht. Vielen Dank! Als zusätzliches Angebot wurde in Zusammenarbeit mit dem „BIZ“ (Berufsinformationszentrum) eine gelenkte Recherche zu Angeboten und Möglichkeiten auf dem Ausbildungs- und Studiumsmarkt durchgeführt.
Für die Jahrgangsstufe 2, die sich teilweise bereits erfolgreich für Ausbildungs- bzw. Studienplätze oder andere nachschulische Wege beworben und entschieden hat, wurde der Fokus dieses Jahr weniger auf die berufliche Zukunft, sondern vor allem auf das konkrete „Leben nach der Schule“ gelegt. Als Premiere am HGG wurde das Projekt „Zukunftstage“ erstmalig an unserer Schule durchgeführt. Hierbei wurden in vier verschiedenen Workshops von unterschiedlichen Expertinnen und Experten praktisches Wissen für die ersten wichtigen Entscheidungen nach dem Schulleben vermittelt: Wie sieht es mit Steuern aus? Was muss ich bei der ersten eigenen Wohnung beachten oder wie haushalte ich mit meinen finanziellen Mitteln? Fragen wie diese, die unter anderem auch von den Schülerinnen und Schülern geäußert wurden, konnten gemeinsam besprochen und diskutiert werden. Hier war ein langer Atem gefordert, da sich die insgesamt 4 Workshops mit allen Fragen und Sorgen der Schülerinnen und Schüler auseinandersetzen wollten und daher bis in den Nachmittag hinein andauerten. Insgesamt war das Projekt ein voller Erfolg und wurde insgesamt als sehr positiv und ertragreich wahrgenommen. Auch hierbei wollen wir dem Verein der Freunde nochmals danken, da dieses Projekt, wie auch der GEVA-Test, ohne die Unterstützung des Vereins nicht durchführbar gewesen wäre.