Der Siegeszug von Firedrop

Unsere Geschichte beginnt in einer Werkstatt. Wir – Marius Will und Noah Weyrauch - haben einen Traum. Wir wollen den „Solarmobilwettbewerb der Experimenta“ gewinnen. Unsere Idee war ein windschnittiges, leichtes Auto (besser eine Rennmaschine). Es dauerte Tage, ja Wochen, bis das kleine Meiserwerk fertig war. Wir nannten es Firedrop. Es hatte die Form eines Tropfens, um den Luftwiderstand zu reduzieren, einen Hinterradantrieb durch Riemen mit dem Motor verbunden und eine Stoßstange. Leider reichte dies erst einmal „nur“ für einen dritten Platz. Da war noch Luft nach oben.

Für den nächsten Anlauf im Jahr 2022 entschieden wir uns für ein komplett neues Konstrukt: einen Leichtbau, ausgereizt auf die maximale Länge von 40cm bei geringstem Gewicht (70g). Diesmal bauten wir ein Gefährt mit Frontantrieb und direkter Kraftübertragung auf das Rad (Übersetzung 1:1).   
Der Tag war gekommen, unsere Vorfreude war ebenso riesig wie unsere Anspannung. Da passierte es. Das Fahrzeug trug einen schweren Schaden am rechten Hinterrad davon. Alle waren still, als wir die Box öffneten. Die Autofahrt war wohl doch holpriger als gedacht. Nun musste eine Lösung her. Wir schauten uns um. Was könnte uns helfen? Pappkarton, das war es. Schnell und effizient wurde die Verbindung von Radachse zu Rad gerade noch rechtzeitig wiederhergestellt.  
Es ging los. Im ersten Lauf war Firedrop schnell wie ein Pfeil. Die 12 Meter wurden in 7,26 Sekunden zurückgelegt, was 1,1, Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz bedeutete. Im zweiten Lauf lief es nicht so gut. Die Hinterachse brach aus. Das Fahrzeug schaffte es nicht ins Ziel. Die Konkurrenz holte auf. Wird es reichen? Aber sowas von. Über eine halbe Sekunde schneller als der Zweitplatzierte. Und was bekamen wir dafür? Eine um die halbe Stunde vorgezogene Siegerehrung (Schade). Unsern Preis erhielten wir trotzdem. Glücklich fuhren wir nach Hause. Unser Traum hat sich erfüllt. Und die Moral der Geschichte? „Gibt niemals auf, selbst wenn es einfacher wäre!“